Hallo! Schön, dass du hier bist. Nein, hier schreibt nicht wie gewohnt der Wachau Insider, sondern seine “bessere Hälfte” die Wachau Insiderin Daniela. Vielleicht hast du es schon mitbekommen – Gerhard hat eine inkomplette Querschnittlähmung und ist seit seinem Unfall 2009 an den Rollstuhl angewiesen.

Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Ich bin die mobile Seite von Gerhard und gehe die Wege, die mit dem Rollstuhl nicht mehr machbar sind. So gerne würde ich Gerhard auf meine Wanderrouten mitnehmen. So vieles gibt es hier zu sehen. Ich kann ihn nur durch meine Erzählungen und Fotos teilhaben lassen. So wie dieses Mal, als ich am Welterbesteig in der Wachau von Dürnstein nach Weißenkirchen unterwegs war.

 

Pack die Wanderschuhe ein

Ein paar Wander-Kilometer habe ich schon in den Beinen. Vor einigen Jahren habe ich sogar “Wander-Marathons” – d.h. um die 42 Kilometer am Stück – gemacht. Extrem anstrengend. Man sieht viel, aber es tut auch viel weh ;-)

Den Welterbesteig bin ich 2017 auf Etappen gegangen. Ein superschönes Erlebnis und ich erinnere mich immer wieder gerne daran zurück. Das ist auch der Grund, warum ich für Wachau Inside nochmals diesen Weg gehe und dich jetzt auch mitnehme.

 

Rauf auf die Ruine Dürnstein

Bevor ich losgestartet bin, war ich noch in der Bäckerei Schmidl und habe mir ein Wachauer Laberl als Reiseproviant mitgenommen. Das Wetter war herrlich, sonnig und um die 20 Grad – perfektes Wanderwetter. Ein Hinweisschild in der Altstadt von Dürnstein verrät, dass man 20 Minuten auf die Ruine braucht und 6 Stunden bis nach Weißenkirchen. Na Bravo – da habe ich mir ja wieder etwas vorgenommen …

Allein beim Anblick der viele Stufen, die zur Ruine hinaufführen, wurde mir schon warm. Und mir wurde wirklich warm. Auch ums Herz, denn je weiter es nach oben ging, desto schöner wurde der Ausblick in die Wachau. Wenn du selbst einmal zum Gipfelstürmer mutieren und die Ruine entdecken möchtest, dann lass dir Zeit! Es sind viele und zum Teil hohe Stufen (Wie haben das die Burgfräuleins damals nur gemacht?)

 

Noch ein Tipp für die Ruine Dürnstein

Wie gesagt, da geht es doch steil bergauf. Über Stock und Stein. Rund 100 Höhenmeter sind zu bewältigen. Mit Flip-Flops tust du dir nur weh – also greif zu festen Schuhen! Der Blick von der Ruine ist ein Traum. Von Stift Göttweig bis nach Weißenkirchen erstreckt sich das Donautal vor einem aus. Ich fühle mich etwas in der Zeit zurückversetzt und frage mich, wie es vor vielen hundert Jahren hier wohl ausgesehen haben mag. Zeitreisender müsste man sein.

 

Was nach der Ruine Dürnstein kam

Über Stock und Stein – das trifft es wohl am besten. Man glaubt, man ist am höchsten Punkt angelangt und dann wird man noch weiter nach oben geführt. Insgesamt eine Stunde und 2,5 Kilometer dauerte es, als ich die Starhemberg-Warte erreichte. Und klar, dass ich da auch hinauf musste. Schon wieder rauf. Nach 28 Stufen auf einer Wendeltreppe war ich oben und genoss wieder einen atemberaubenden Ausblick. Aber nur kurz, weil ja noch einige Kilometer vor mir lagen.

Wenige Gehminuten nach der Warte passierte ich die Fesslhütte. Von der Altstadt in Dürnstein bis hierher ist es gut eine Stunde Fußmarsch. Das heißt hier könnte man ein Päuschen einlegen und sich stärken. Ich hatte aber meinen Proviant mit und marschierte entschlossen weiter. Weißenkirchen, ich komme!

Auf den weiteren Kilometern begegneten mir ein paar andere Wanderer, aber sonst war es sehr unspektakulär. Eigentlich herrlich. Es war ruhig. Die Vögel zwitscherten, der Wind spielte mit den Blättern in den Bäumen und eine kleine braune Maus huschte in ihr Loch im Waldboden. Nach 2,5 Stunden und ca. 11 Kilometer gönnte ich mir eine kurze Pause im weichen Moos und verspeiste mein Wachauer Laberl.

 

Zielgerade nach Weißenkirchen

Knapp eine Stunde danach erreichte ich den Heurigen Pomaßl. Welch ein Glück – es war geöffnet. Der Durst nach einem kalten Weißwein-Spritzer war nämlich schon groß und genau das Richtige für die letzten Kilometer in die Zielgerade. Ab hier wurde die Wanderroute auch wieder spannender für mich. Ein schmaler Pfad durch den Wald. Alte zerfallene Steinmauern lassen erahnen, dass die Natur ihr Gebiet wieder zurückerobert hat.

Am Höhenweg spazierte ich wieder durch Weingärten und erlebte einen wunderbaren Blick auf das Donautal. Hier gibt es auch einige Bänke, die einladen Platz zu nehmen und die Aussicht zu genießen. So kurz vor meinem Ziel wanderte ich aber weiter und schon bald sah ich das rote Dach der Wehrkirche von Weißenkirchen. Über den Weitenbergweg wurde ich dann direkt zur Kirche geführt und von hier führten die letzten Stiegen runter zum Marktplatz.

Geschafft! Meine App zeichnete 18,5 km mit 1.000 Höhenmehter auf, für die ich 4 Stunden marschiert bin. Etwas müde, aber beeindruckt von den vielen Dingen, die ich gesehen habe, ließ ich mich vom Wachau Insider Gerhard abholen und erzählte ihm beim nahegelegenen Heurigen über meine spannende Wandertour.

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