Der Kalender zeigte Samstag den 1. Juni an – meteorologischer Sommerbeginn. Der Mai war dieses Jahr ein sehr verregneter und es strahlte endlich wieder die Sonne. Gutes Wetter um am Welterbesteig in der Wachau zu marschieren. Dieses Mal stand die Etappe von Weißenkirchen nach Spitz am Programm. Mein Wegbegleiter war mein Papa, der mir die Wanderleidenschaft wohl in die Wiege gelegt hat. Los geht’s!

Wir starteten vom Marktplatz in Weißenkirchen. Die Hinweisschilder für den Welterbesteig verrieten eine Wanderdauer von 3,5 Stunden bis nach Spitz. Das passte ganz gut, so konnten wir mittags wieder Zuhause sein. Wir folgten der Markierung und wurden gleich mal auf historischen Stiegen nach oben geführt. Über den Dächern von Weißenkirchen fing die Wehrkirche unseren Blick und gab uns die Gelegenheit kurz durchzuatmen. 

Die nächsten Kilometer ging es dann immer etwas bergauf. Ried Ritzling, Ried Pichl und Ried Kollmitz auf 358 m Seehöhe ließen wir hinter uns, aber ein Blick retour offenbarte die einzigartige Weinlandschaft. Nach dem Anstieg durch die Weinberge führte der Weg in einen Wald und wir konnten uns den immer wärmer werdenden Sonnenstrahlen entziehen. 

 

Noch keine Schwammerl, aber Erdbeeren

Der Regen der letzten Tage und Wochen hatte seine Spuren hinterlassen. Der Waldboden war feucht – also ideale Bedingungen für Schwammerl und Pilze. Gefunden haben wir trotzdem nichts – die Schwammerlsauce muss also noch warten.

Es roch alles so frisch und die Stille wurde nur durch das Vogelgezwitscher erfüllt. Nach gut einer halben Stunde durch den Wald standen wir wieder inmitten der Weingärten und blickten auf die Donau. Die Ried Hochrain auf 384 m Seehöhe hatten wir erreicht.

Bald darauf ging es dann wieder in ein Waldstück – in einen Buchenwald und wir entdecken hier die ersten Erdbeeren. Schön rot, aber etwas Süße hätten sie noch vertragen können. Der Weg wurde immer steiniger und wir gelangten zu einem wunderschönen Aussichtspunkt in der Wachau. Auf der Felsenplatte hielten wir kurz inne und genossen die Aussicht hinunter ins Donautal. Die Rast war nur von kurzer Dauer, denn unser nächster Hotspot – das Rote Tor in Spitz – wartete auf uns.

 

Das Rote Tor in Spitz

Nach gut einer halben Stunde erreichten wir auch schon das Rote Tor. Ich freute mich schon darauf Fotos machen zu können, aber wir waren nicht alleine. Eine Hochzeitsgesellschaft wartete auf die Trauung. Ja! Wenn man in der Wachau heiraten möchte, dann hat man hier bestimmt eine herrliche Kulisse – das Wetter muss halt mitspielen.

Das Rote Tor ist ein Restbestand der ehemaligen Marktbefestigung, die aus Mauerzügen und insgesamt sieben Toren bestand. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) fielen die Schweden in den Ort ein. Sie waren überlegen und das Tor war gezeichnet vom Blut der Verteidiger – von daher hat das Rote Tor seinen Namen.

Talabwärts marschierten wir den letzten Kilometer durch Weingärten zum Kirchenplatz in Spitz. Knapp über 2,5 Stunden waren wir insgesamt auf der abwechslungsreichen Strecke unterwegs. Schön war es wieder. Zuhause bei Mama gab es zu Mittag dann gebackene Holunderblüten. Nach dieser schönen Wandertour schmeckte es natürlich gleich doppelt so gut.

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