Wenn man in der Wachau ist, sollte man unbedingt einen Heurigen besuchen. Was genau macht einen Heurigen bei uns so reizvoll? Ich bin dieser Frage auf den Grund gegangen.

Die Geschichte rund um den Heurigen

Das Recht der Winzer, ihren eigenen Wein auszuschenken, geht auf eine Verordnung von Kaiser Josef II zurück, und zwar aus dem Jahr 1784 – ist also schon eine Weile her. Damals hat der Winzer seine Kellertüren geöffnet, um der einheimischen Bevölkerung seinen Jungwein der aktuellen Ernte zu präsentieren. Daher auch der Name „Heuriger“.

Ein zweiter Termin im selben Jahr war ebenso üblich, um Platz in den Fässern für die nächste Ernte zu schaffen. Zu dieser Zeit war es für die Besucher auch normal, eigene Speisen mitzunehmen. Lediglich der Sturm oder Jungwein wurde beim Winzer erworben. Dies war bis in die 60er-Jahre noch gängige Praxis. Um die Bevölkerung auf den bevorstehenden Heurigen aufmerksam zu machen, marschierte ein Weinausrufer mit einem Tannenreisig in der Hand durch den Ort und benachrichtigte die Bevölkerung, wo dieser stattfand. Danach befestigte er den „Buschen“ (auch mit Kerzen) weithin sichtbar vor dem Heurigenlokal. Heutzutage nennt man den Ausrufer „social media“ bzw. greifen viele Heurigenwirte auf klassische Werbung und ihr Netzwerk zurück.

 

Der Heurige in der Gegenwart

Mit „Heuriger“ werden sowohl die heurigen Weine als auch der Ort an sich gemeint, wo er stattfindet. Zeitgemäß präsentieren sich die Winzer bei uns in der Wachau selbstverständlich in einem ganz anderen, viel modernerem Kleid – ohne jedoch auf die Tradition von damals zu vergessen. Urig, heimelig, gesellig, familiär, traditionell – all das war es und ist es es auch heute noch. Traditionell auch deshalb, weil bis heute bei uns in der Wachau nur kalte Speisen angeboten werden. Warme Speisen oder Getränke wirst du bei einem traditionellen Heurigen in der Wachau nicht finden.

Oft hat man die Qual der Wahl bei so viel Köstlichkeiten aus der Speisekarte. Brettljause, Geselchtes, Surfleisch, Speck, verschiedensten Aufstrichen, Käse, Saure Wurst, vegetarische Schmankerl, oder ein Bratenfettbrot. Und dazu frisches Gebäck. Für mich persönlich gehört ein Gebäckstück dazu, das weit über die Wachauer Grenzen berühmt ist – das Original Wachauer Laberl der Bäckerei Schmidl in Dürnstein. Das Original erkennst du am eingebackenen „S“ auf der Laberl-Unterseite. Außen ist es knusprig, innen weich, eine Anlehnung an das französische Baguette. Seit 1905 wird das „Laberl“ in Dürnstein gebacken. Die Zutatenliste und Herstellung haben sich seit damals nicht verändert – Tradition eben.

Bleibt mir nur mehr eines zu sagen: Prost und Mahlzeit beim Heurigen in der Wachau. Lass es dir schmecken!

 

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